
Einführung: Was meint „Immersion“ im Kontext von Videospielen?
Der Begriff Immersion stammt vom lateinischen immergere = "eintauchen". In der Medienwissenschaft bezeichnet er das vollständige Eintauchen der Rezipienten in eine mediale/virtuelle Umgebung. In Bezug auf Videospiele bedeutet das: Die Spielenden erleben das Spiel nicht nur als Außenstehende, sondern erleben sich als Teil des Spiels selbst.
➢ Der Spieler hat das Gefühl, dass alles, was im Spiel passiert, einem selbst widerfährt
➢ Interaktionen und Geschehnisse in der Spielwelt verursachen reale Emotionen beim Spieler
➢ Der Spieler verliert (im Extremfall) das Gefühl von Raum und Zeit in der realen Welt

Imaginative Immersion
Imagination beschreibt die Fähigkeit, sich etwas vorstellen bzw. die eigene Vorstellungskraft benutzen zu können. Ein zentrales Ziel für Spieleentwickler ist es daher, imaginative Welten zu erschaffen.
Diese Form der Immersion beschreibt das Eintauchen in die fiktionale Welt und narrative Tiefe eines Spiels. Musik dient hier der ästhetischen Rahmung: Sie kontextualisiert Orte, Kulturen, historische Settings oder emotionale Zustände. Dadurch wird eine glaubwürdige und affektiv wirkende Spielwelt erzeugt.

Interaktive Immersion
Diese Form der Immersion entsteht, wenn Spieler:innen vollständig in die interaktive Handlungsebene eintauchen: durch hohe Konzentration, motorische Koordination, Signalgebungen und hervorgerufene Flow-ähnliche Zustände.
Musik unterstützt diesen Prozess durch Rhythmusgebung, Spannungsaufbau, Reizsteuerung und temporale Strukturierung.
🧠 Merksatz zur Unterscheidung:
Imaginative Immersion ist das Eintauchen in die Spielwelt –
Interaktive Immersion ist das Eintauchen in das Spielen selbst.
